Beschreibung der Arbeitsweise eines Zweitaktmotors

Das Zweitaktverbrennungs-System eignet sich besonders für Motorrad-Motore. Es weist eine kleine Anzahl beweglicher Teile und daher einen geringeren Verschleiss, sowie eine grössere Zuverlässigkeit im Betrieb auf. Der Arbeitsvorgang des Zweitaktmotors ist nur in einer Umdrehung (d. i. zwei Kolbenhübe) enthalten.
1. Der Kolben bewegt sich nach oben:
Der Kolben schliesst zuerst die Überströmkanäle, dann den Auslasskanal und im Kompressionsraum des Zylinderkopfes tritt Kompression des Gasgemisches ein. Kurz vor Erreichen der oberen Totpunktlage des Kolbens wird das komprimierte Gasgemisch durch den elektrischen Funken der Zündkerze entzündet. Inzwischen entsteht unter dem Kolben ein Unterdruck, welcher das Ansaugen des frischen Gasgemisches vom Vergaser in den Kurbelraum bewirkt.
2. Der Kolben bewegt sich nach unten:
Nach dem Entzünden des Gasgemisches tritt der eigentliche Arbeitshub des Kolbens (Übertragung der Kraft der sich ausdehnenden Gase mittels Kurbeltriebwerkes und des Getriebes zum Hinterrad des Motorrades) ein. Die obere Kante des Kolbens öffnet zuerst den Auslasskanal und der Auspuff der verbrannten Gase tritt ein. Die obere Kante und die Öffnungen im Kolben öffnen sodann die zwei Überströmkanäle. Unter dem Kolben und im Raum des Kurbelgehäuses befindet sich frisches Gasgemisch, vorverdichtet durch den Kolben bei seiner Bewegung nach unten. Durch die geöffneten Überströmkanäle strömt nun dieses frische Gasgemisch, gerichtet durch die Form der Kanäle in den, Zylinder: beide Ströme vereinen sich, stossen an die Zylinderwand, stossen in Richtung zum Zylinderkopf vor, der sie in Richtung des Auslasskanals ablenkt. Das frische Gasgemisch füllt also der Zylinder an und drückt gleichzeitig das rückständige verbrannte Gasgemisch heraus (Ausspülung).
Zweitaktmotor
Abb. 49 - Arbeitsweise eines Zweitaktmotors